Wieso haben westliche Kinder so häufig Schmerzen beim Zahnen während Kinder in anderen Regionen der Welt ihre Zähne vorwiegend freudvoll bekommen?

So gut wie alle Babys dieser Welt beginnen im Alter von etwa 5 bis 7 Monaten mit dem Zahnen. Die meisten „Experten“, sowie viele falsch informierte Eltern sind der festen Überzeugung, dass die Zeit des Zahnens für das Baby schmerzhaft ist und mit  „Problemen“ einhergeht, ja, sogar einhergehen muss. Der ganze Prozess ist somit schon von vornherein zu einem anstrengenden, ja, vielfach sogar nervenzermürbenden Vorgang vorherbestimmt.

Die weitverbreitete Überzeugung, dass das Zahnen und die damit einhergehenden Symptome etwas krankhaftes, besorgniserregendes wären, ist ein tragischer Irrtum. Ein Irrtum mit oftmals folgenschweren und teils sogar dramatischen Auswirkungen.

In Wahrheit haben Babys beim Durchkommen ihrer Zähne keinerlei (!) Schmerzen und erleben auch keine „Probleme“. Davon dürfen wir eindeutig ausgehen. Babys erleben das Zahnen nicht einmal als unangenehm. Die Vorgänge beim Zahnen sind für das Baby bloß fremd, weil zu dieser Erfahrung noch keine Information besteht, welche das Baby aus seinen Erinnerungsspeichern  abrufen könnte. Aus diesem Grund ist der Säugling verunsichert und weiß nicht mit der neuen Situation umzugehen, was ihn dazu veranlasst in den Gesichtern der Umgebung zu forschen und zu lesen, was es mit diesem neuen, „fremdartigen“ Gefühl auf sich hat.

 

Das Baby fragt sich nur: „Ist das, was passiert, Anlass, mir Sorgen zu machen?“

Das ist die einzige Frage, die das Baby beschäftigt und die Antwort bekommt es selbstverständlich von den Menschen, die am nächsten stehen und wohl wissen werden, was richtig ist. Die Antwort liest das Baby in den Gesichtern der Umgebung.

Wir Erwachsenen interpretieren die Situation meist völlig falsch und allein darin liegt das eigentliche Übel. Ist unser Gesichtsausdruck entspannt oder angespannt, freud- oder sorgenvoll, glücklich oder gar unglücklich, wenn uns unser Baby signalisiert, dass es mit dem Zahnen losgeht? Das ist die alles entscheidende Frage, die für unser Baby Himmel oder Hölle bedeuten kann – und auch bedeutet!

Moderne Forschungen, wie die des renommierten deutschen Hirnforschers Gerald Hüther haben ganz wesentlich dazu beigetragen, dass solche wichtigen Zusammenhänge erkannt werden. Ihre Forschungen haben mitgeholfen, zu verstehen, wie essentiell der Gesichtsausdruck für das wichtige Geborgenheits- wie auch Sicherheitsgefühl unseres Babys ist. Sorgenvolle Gesichter erzeugen bei unserem Baby augenblicklich das Gefühl von Unsicherheit und Gefahr

Kurzum: Unser Baby fühlt Stress 

Baby wird selbst umgehend sorgenvoll, ängstlich und kann vielfach auch zornig werden, wenn ihm solch negative Gefühle in den Gesichtern gespiegelt werden. Das Baby kopiert die Umgebung, es ahmt nach. Dieses Kopieren und Nachahmen ist ein Teil des Lernens, ein für das Baby immens wichtiger Teil. Das Baby übernimmt stets die Stimmung seiner Umgebung. Diese übernommenen Stimmungen können von höchster Glückseligkeit bis zu – im Extremfall sogar lebensbedrohender – Traurigkeit, alle möglichen sein.  

 

 Es ist höchste Vorsicht geboten!  Ein besonders sorgenvolles Gesicht, das von unserem Baby beobachtet wird, kann eventuell sogar zu einem sogenannten „plötzlichen Kindstod“ führen, sollte das Baby extrem sensitiv und folglich auch entsprechend verängstigt sein. Dies kommt zwar nur  äusserst selten, aber mitunter doch vor.

Gehen die Menschen, die das Baby umgeben und Tag für Tag versorgen, davon aus, dass Zahnen schmerzhaft und damit auch problematisch ist, sind ihre Gesichter im Zusammenhang mit dem (aus ihrer Sicht) “problematischen Zahnen” ausnahmslos sorgenvoll und meist auch von Ängsten gezeichnet. Da das Baby in diesem frühen Alter fast ausschließlich auf die Gesichter seiner Umgebung angewiesen ist, um sich orientieren und entsprechend reagieren zu können, sind unsere Gesichter bzw. der Gesichtsausdruck, den wir Erwachsene unserem Baby gerade zeigen, für das Baby alles entscheidend.

Mit dieser Information verstehen wir nun, warum Babys beim Zahnen leiden. Babys erleiden psychischen Schmerz, weil ihre Umgebung leidet. Das Leiden wird ihnen förmlich vorgespielt. Somit empfindet unser Baby auch alle mit dem Zahnen einhergehenden Symptome als widernatürlich und wehrt sich gegen sie, was selbstverständlich zu Verschlimmerungen und Komplikationen führt.

Ein gutes Beispiel für einen „richtigen“ Umgang mit dem Zahnen wird uns in „weniger entwickelten“ Gesellschaften, wie in Afrika oder auch in Indonesien (wo der Autor über Jahrzehnte Eigenrecherchen zum Thema Zahnen durchgeführt hat) vorgezeigt. Die Gesichter der Eltern zeigen Freude, “Freude, weil da ein Zahn kommt”, was in jenen Gesellschaften kaum jemals ein Problem darstellt, sondern, ganz im Gegenteil, als höchst freudvolles Ereignis wahrgenommen und auch über ein freudvolles Gesicht dem Baby gezeigt wird.

Somit sind in jenen Teilen der Welt die Gesichter der Menschen, die das zahnende Baby umgeben, freudvoll, zuversichtlich und glücklich und das Baby bleibt folglich völlig entspannt. Es fühlt sich geborgen, sicher und glücklich, auch wenn – oder gerade weil – ein Zahn das Licht der Welt erblickt und damit tatsächlich möglicherweise ein fremdartiges, komisches Gefühl einhergeht – aber niemals Schmerz!

 

Strahlen die Gesichter Hoffnung, Freude und Zufriedenheit aus, fühlt sich unser Baby augenblicklich geborgen, egal was auch immer geschehen mag. Damit wird ein Gefühl der Geborgenheit unterstützt, das für jedes Baby wichtig, manches Mal sogar überlebenswichtig ist!

Im Grunde genommen ist nicht der durch den Kiefer kommende Zahn das Problem, sondern die Unwissenheit der das Baby umgebenden Erwachsenen, deren – eigentlich völlig unnötig sorgenvollen – Gesichter allein,  das Baby beunruhigen und krank machen. Diese Erwachsenen sind sehr häufig in ihrer hektischen Gesellschaft gefangen, machen sich selbst vielfach enormen Stress und erkennen dabei nicht, dass unsere Kinder solchem Stress, in den sie ausschliesslich durch uns hineingezogen werden kaum jemals gewachsen sind. Die Folgen für das Baby, welches in solchen Stresssituationen aufwächst, sind nicht selten fatal, auch wenn diese Folgen manchmal erst nach langer Zeit (z.B. wenn das Baby bereits erwachsen geworden ist) sichtbar werden…

Beenden wir diese weitverbreitete, destruktive Illusion, dass Zahnen schmerzhaft sei. Gehen wir endlich und auch höchst freudig davon aus, dass das Zahnen die natürlichste Sache der Welt ist  und somit auch höchst freudig erlebt werden kann, sofern wir das so wollen. Gott hat ja wohl beim Schöpfen der Zahnidee nicht einfach einen schlechten Tag gehabt, oder doch? Ersetzen wir den schaurigen Irrtum, der sich allerorts eingenistet hat, endlich mit wohltuender Erkenntnis und gehen wir mit dieser befreienden Erkenntnis weiter. Entwickeln wir uns endlich, auch in diesem Bereich unseres Lebens, allein schon unseren Babys zuliebe!

Welche Folgen hat die Tatsache, dass der Mensch in der unrühmlichen Lage ist, ein ihm bis dahin unbekanntes Gefühl, das ganz natürliche Zahnen, aufgrund der an sich selbst erfahrenen Konditionierung (durch die Menschen in seiner Umgebung) in qualvolles Leid zu transformieren?

Ist dieses Beispiel eine Ausnahme oder tragen wir – scheinbar unbewusst – eine unschätzbare Vielzahl an Konditionierungen in uns, ohne diese bewusst gewählt zu haben?

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